Knotenhalfter - Fluch oder Segen?

Veröffentlicht am 30. Dezember 2025 um 11:32

„Damit kann ich mein Pferd besser kontrollieren“

Das Knotenhalfter - Fluch oder Segen?

Viele kennen und nutzen es: das Knotenhalfter (auch Knoti genannt). Es hat Vorteile in der

präzisen und direkten Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Wenn es jedoch in die

Falschen Hände gelangt, kann es zu einem Folterinstrument werden.

🐴 DER SEGEN🐴

Es reagiert sofort auf kleinste Bewegungen. Die Wirkung kommt durch die Verschiebung des

Rahmens um den Pferdekopf und ist damit eine gut angelegte Führung und Erklärung für das

Pferd, dem Druck eines erfahrenen Horsemans zu weichen. So entsteht Kommunikation.

Zu Haken am Rope -> haben ein Eigenleben, baumeln schnell unkontrolliert herum.

Bei jeder Bewegung des Ropes verschiebt sich der gesamte Rahmen um den Pferdekopf. Durch

die Sensibilität des Pferdes funktioniert das Ganze sehr gut. Knoten spielen hierbei keine Rolle,

wenn sie jedoch vorhanden sind, sollten sie an den Richtigen Punkten sitzen (siehe auf der

Abbildung unten). Unabhängig von den Punkten sollte das Material des Knotenhalfters nicht zu labberig/weich

sein. Also eher einen steifen Rahmen haben, damit eine vernünftige Verschiebung und damit

Hilfengebung möglich ist.

Sinn des Ganzen ist, dass das Pferd versteht, dass durch umgreifen eine sanfte und direkte

Kommunikation am Halfter geschieht. Also Actio = Reactio. So kann ich meinem Pferd zeigen,

was Nachgiebigkeit und Weichheit bedeutet, ohne wie wild am Rope rucken zu müssen.

—> Also geht es hierbei NICHT um Kontrolle, sondern um Respekt und Vertrauen, wie es auch in

der Lehre des Horsemanship zu finden ist.

🐎 DER FLUCH🐎

Nun kommen wir zu den Schattenseiten des Knotenhalfters. Es wirkt auf den ersten Blick total

harmlos. Ein 6 mm dünnes Seil, welches durch fehlende Haken etc. besonders leicht ist wirkt es

für viele Reiter besonders harmlos. Jedoch gilt hier: weniger ist mehr! (Und das häufig im negativen!)

Viele vergessen: Besonders ein Knoti mit Druckpunkten kann in unerfahrener Hand schmerzhaft

für das Pferd sein! So lernt ein unerfahrenes Pferd schnell, dass es schmerzen hat wenn es

nicht das tut was es soll. Das kann extrem viel Schaden in das Vertrauen zwischen Mensch und

Pferd bringen.

Ein sanfter Zug am Rope reicht und das dünne Seil kann das Nackenband, Nerven, Muskeln und

auch Schleimbeutel einschnüren. Bei dauerhafter Reizung kann es zu chronischen Problemen

kommen! (Entzündungen der Schleimbeutel -> sichtbare Genickbeutel, welche häufig mit

Nackenmuskeln verwechselt werden).

Gleichzeitig drückt jeder Zug auf den Nasenrücken des Pferdes, hier liegen viele sehr

empfindliche Nerven. ( z.b N. infraorbitalis, welcher ein sensibler sensorischer Nerv ist, also zur

Wahrnehmung. Dieser geht durch das Foramen infraorbitale. Schau mal in meine eigene Abbildung weiter unten ;) )

Auch ohne diese Druckpunkte, kann es zu Schäden am Pferd kommen. Wie oben schon

beschrieben können die dünnen Seile dem Pferd erheblichen Schaden zufügen. Es kann

einschnüren, die Haut verbrennen und auch stark verletzen. Deswegen: Das Pferd niemals mit

Knotenhalfter unbeaufsichtigt anbinden, oder gar Anhänger fahren!

Nebenbei muss man auch noch bedenken, dass jedes ach so weiche Hilfsmittel dem Tier

Schaden zufügen kann.

Mein Fazit dazu ist: In den richtigen Händen und richtig verschnallt ein sehr brauchbares

Hilfsmittel zur feinen Kommunikation. Es ist jedoch nichts für Anfänger oder Hobby Horsemans,

wenn dann nur unter Anleitung eines erfahrenen Trainers.

 

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